Motivation für Faule oder „Von Ameisen lernen“ – Spr 6,6

Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! Spr 6,6

Mal ganz ehrlich, bist du faul? Wenn nicht, dann brauchst du dies nicht zu lesen. Dies ist nämlich nur für Faule geschrieben. Um genau zu sein, für Faule, die eigentlich nicht gern faul wären. Wer gern faul ist, der braucht dies auch nicht zu lesen. Natürlich kann man es auch anders ausdrücken: „Ich bin nicht faul, ich bin im Energiesparmodus.“ Klingt schon viel besser, oder? Oder?? Ja, es klingt besser. Aber mehr auch nicht.

In Sprüche 6 steht dieser geniale, kurze Text über Motivation für Faule. Und irgendwie habe ich den Verdacht, dass hier jeder etwas lernen kann. Vorausgesetzt man möchte lernen, sich selbst zu motivieren. Der Einstieg für die Lektion ist eine Zumutung. Man könnte auch sagen, eine Demütigung. Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! Mir wird hier gesagt, dass eine kleine Ameise mich etwas lehren kann. Ich habe es nötig von einer winzig kleinen Ameise zu lernen. Das ist die eine Demütigung. Die andere ist, mich als Fauler anreden zu lassen und zu bekennen: ich bin ein Fauler. Wer diesen Spruch geschaffen hat, macht es mir nicht gerade leicht, in Sachen Motivation dazuzulernen. Wer das aushält und bereit sich, sich zu demütigen, der kann die erste Lektion lernen.

Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.

Lektion 1 lautet: Ich soll dahin kommen, ohne Druck und Zwang das zu tun, was nötig ist zu tun. Kurz gesagt: Übernimm von dir selbst aus Verantwortung. Das schafft die Ameise. Niemand gibt ihr Befehle, droht ihr oder bestimmt über sie. Erstaunliche, kleine Kreatur! Sie tut einfach das Richtige: Vorräte im Sommer für den Winter anlegen. Darin ist die Ameise vielen Menschen voraus, die erst unter Druck oder Zwang aktiv werden. Es gibt viele Möglichkeiten im Haushalt und Garten das einzuüben. Ich kann warten, bis mich jemand bittet, den Müll rauszubringen, das Geschirr wegzuräumen, Unkraut zu jäten, Staub zu saugen. Nur Mal um ein paar Beispiele zu nennen. Ach, fast vergaß ich: die Zahnpasta Tube zuzuschrauben. J Hat dich heute jemand gebeten etwas zu tun? War es wirklich nötig? Eleanore Roosevelt hat Mal gesagt: „Mach jeden Tag eine Sache, die dir Angst macht.“ Es wäre schon viel gewonnen, wenn ich ohne gefragt zu werden jeden Tag eine Sache mache, die gemacht werden sollte.

Wie lange liegst du, Fauler! Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf? Ja, schlafe noch ein wenig, schlummre ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, dass du schläfst, so wird dich die Armut übereilen wie ein Räuber und der Mangel wie ein gewappneter Mann. 9-11

Lektion 2 lautet: Hör damit auf, dich selbst zu betrügen und Aufgaben, die erledigt werden müssen, vor dir her zu schieben. „Gleich. Einen Moment noch. Sofort. Ich mach das schon noch.“ Die Taktik ist in Wahrheit uralt. Die Frage lautet: Wie lange wartest du noch? Wann fängst du endlich an? „Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.“  Einen Tag zu warten ist ja nicht schlimm. Oder? In Spr 6,9-11 gibt es ein Schlüsselwort. Ist es dir aufgefallen? Es lautet: ein wenig. Dagegen kann doch keiner was haben. Nur noch ein wenig ausruhen, ein wenig schlummern, ein wenig warten. Aufschieberitis ist eine Angewohnheit, die gefährlich werden kann. Ein anderes bekanntes Sprichwort lautet: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen. Moment? Heißt das echt so?

Wissenschaftler um Manfred Beutel von der Universitätsmedizin Mainz haben in einer groß angelegten Studie (Teilnehmer: 2.527 Personen im Alter von 14 bis 95 Jahren) herausgefunden: Das Phänomen ist vor allem bei jungen Menschen weit verbreitet – mit erheblichen Folgen: Menschen, die wichtige Tätigkeiten aufschoben, lebten häufiger ein Single-Dasein, waren vermehrt von Arbeitslosigkeit betroffen, verfügten über ein geringes Einkommen. Hinzu kommt: Sie litten auch öfter unter Stress, Depression, Angst, Einsamkeit und Erschöpfung. (https://karrierebibel.de/prokrastination/)

… so wird dich die Armut übereilen wie ein Räuber und der Mangel wie ein gewappneter Mann. Ich staune, wie klug die Menschen damals schon waren. Manche Probleme wären einfach vermeidbar.

Kleine Schritte sind besser als keine Schritte. (Willy Brandt)

Heute bat ich meine Frau, mich auf dieser Bank zu fotografieren. Wie gut, dass man nicht sieht, was ich alles an Aufgaben darauf geschoben hab.

Wie sieht deine lange Bank eigentlich aus?

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Ein Kommentar zu „Motivation für Faule oder „Von Ameisen lernen“ – Spr 6,6

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