Ich kann mein Glück nicht fassen Lk 2,20

Die wöchentliche Ziehung der Lottozahlen hat mich nie wirklich interessiert. Ich spiele kein Lotto. Darum schaue ich mir das auch nicht an. Ganz anders verhält es sich allerdings mit denen, die Lotto spielen. Klar. Für sie ist die Ziehung der Lottozahlen eine spannende, wichtige und manchmal sehr aufregende Sache. Stell dir vor, die erste Zahl der Ziehung stimmt überein mit der ersten Zahl auf deinem Tippzettel!? Und stell dir vor, die nächste Zahl stimmt auch mit deiner überein. Jetzt wird es aufregend. Und die nächste Zahl stimmt auch! Und die nächste. Wenn du tatsächlich 6 Richtige hast, was macht das mit dir? Das hängt entscheidend von einer Frage ab: Glaubst du den Zahlen, die jemand im TV sagt? Wenn du den Zahlen glaubst, ist es ganz sicher ein unvergesslicher Moment im Leben. Dann passt es zu sagen, „Ich kann mein Glück nicht fassen.“ Auch wenn du noch keinen Cent auf dem Konto hast, freust du dich sehr. Hin und wieder mache ich die Erfahrung, großes Glück zu haben. Mehr Glück, als ich fassen kann.

Eine junge Frau schrieb vor Kurzem, „Gerade war Visite mit noch einer wunderbaren Nachricht. Die Lymphknoten waren nicht befallen, das erspart mir die Chemo. Ich kann die ganze Welt umarmen!!“ Da möchte man singen. Da möchte man die Freude ausdrücken. Das möchte man anderen sagen – und die Welt umarmen! Ob beim Lotto oder im Krankenhaus, Glück und Freude haben auch mit Glauben zu tun.

Mit den Hirten will ich singen / laut und fröhlich soll es klingen / Jesus Christus ist geborn / Nun bin ich nicht mehr verlorn.

Ähnlich groß muss die Freude der Hirten gewesen sein, als sie alles genau so fanden, wie es der Engel ihnen gesagt hatte. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

Sie ließen ihre Schafe allein und kamen eilend und fanden … Ist diese unglaubliche Botschaft des Engels wahr? Können wir das glauben? Das herauszufinden war für die Hirten wichtiger als alles andere. Wenn Menschen heute die Bibel lesen, dann geht es vielen wie den Hirten. Sie wollen wissen: Ist es wahr, was in der Bibel steht? Gibt es diesen Gott, der mich liebt? Darüber Gewissheit zu haben ist unendlich wichtig und wertvoll. Christen wissen: die Bibel ist Gottes Wort. Christen wissen: Gott ist da und liebt mich. Christen sind wie die Hirten, sie haben den Heiland gefunden. Und sie haben eine Gewissheit, die sie von Jesus singen lässt. Jeder Christ hat seine ganz persönliche Geschichte, wie er Gott fand. Gott möchte gefunden werden. Darum hat Gott versprochen: Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR Jer 29,13f

Die Hirten hatten eine wichtige Aufgabe. Sie sollten Zeugen der Geburt von Jesus sein. Sie sollten die Botschaft des Engels weitersagen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Die Hirten bekamen eine Hauptrolle als Gott Mensch wurde. Die, die es am wenigsten erwartet hatten, von Gott selbst beachtet zu werden. Gott offenbart sich Menschen, wo sie es nicht erwarten.  Wir feiern Weihnachten, weil es gefeiert werden muss, dass Gott zu uns gekommen ist.

Sie kamen eilend und fanden… Sie suchten den Stall bis sie ihn fanden. Sie fanden Bethlehem – es stimmt, was der Engel sagte! Sie fanden eine Krippe in einem Stall – auch das stimmt! Sie fanden ein Kind in der Krippe – das stimmt! Sie fanden das Kind in Windeln gewickelt – stimmt! Wie groß war denn die Chance, in der Nacht in einem Stall in Bethlehem ein Kind in einer Krippe zu finden, dessen Eltern auch noch Außergewöhnliches berichten konnten??

Mit den Hirten will ich gehen / und mit ihren Augen sehen, / denn der Retter dieser Welt / hat auch meine Nacht erhellt.

Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Die Hirten hatten ganz unverhofft mehr Glück als sie fassen konnten. Gott hat sie reich beschenkt. Gott hat ihnen eine unglaubliche Zusage geschenkt: Euch ist heute der Heiland geboren! Wer das glaubt „Für mich ist der Heiland geboren“ der wird Gott preisen. Wer das weiß „Für mich kam Jesus auf die Welt,“ der wird Weihnachten gerne feiern.

Wer darüber gewiss ist, von Gott geliebt und gewollt zu sein – der kann zurück an die niedrigste Arbeit gehen, weil Gott sich erniedrigt hat und in einem Stall zur Welt kam. Wer versteht, was in dem Stall in Bethlehem passiert ist, kann auch nachts singen. Die Hirten glaubten das Unglaubliche: Euch ist heute der Heiland geboren. Gott wurde für mich Mensch und Heiland. Jesus ist geboren, damit ich froh werde.

Mit den Hirten will ich reden / denn die Botschaft ist für jeden, / die sie hörten auf dem Feld / von großer Freude für die Welt.

Wie Hagar kehren diese Männer zurück in ihren harten Alltag. An ihrem Alltag hat sich nichts geändert. Und doch ist alles anders. Denn sie haben gehört und gesehen, was sie froh und gesegnet zurückkehren lässt. Sie sehen ihr Leben mit anderen Augen. Gott preisend und lobend verabschieden sich die Hirten aus dem Leben von Maria, Josef und ihrem Baby. Das letzte, was Maria über die Hirten sagen konnte, steht hier: Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Sie haben sich verabschiedet und gehen singend zurück. Was haben sie wohl gesungen? Maria hört sie laut singen: „Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphierend, o kommet, o kommet nach Bethlehem!… Immer leiser sind sie zu hören, je weiter sie sich entfernen. „Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, den König.“

Laut singend und Gott lobend schluckt sie die Nacht, die heilige Nacht. Sie entschwinden in der Nacht, die unsere Nächte hell gemacht hat. Doch ihr Gesang hallt vieltausendfach wider in der ganzen Welt in unzähligen Liedern, die das Wunder der Geburt Jesu groß machen. Unsere Weihnachtslieder fingen mit den Hirten an. Unsere Lieder sind ein Echo des Lobgesangs der Hirten. Maria hat das alles nie vergessen. Irgendwann hat sie Jesus zum ersten Mal von den Hirten erzählt und von dem, was die Hirten auf dem Feld erlebt hatten. Irgendwann hat sie es Lukas erzählt. Irgendwann hast du zum ersten Mal von den Hirten gehört. Du hast gehört: Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

Weihnachten sagt uns, Gott holt uns ab, gleichgültig wo wir stehen. (Helmut Thielicke) Das ist das wichtigste und schönste, wenn die Geschichte der Hirten deine Geschichte wird. Den Heiland zu treffen ist das wichtigste und schönste.

Mit den Hirten will ich danken / Zuversicht und Hoffnung tanken / Ihren Lobpreis will ich hörn / Niemand soll mich dabei störn

Die Nacht ist vorgedrungen, / der Tag ist nicht mehr fern! So sei nun Lob gesungen / dem hellen Morgenstern! / Auch wer zur Nacht geweinet, / der stimme froh mit ein. / Der Morgenstern bescheinet / auch deine Angst und Pein. Jochen Klepper

Ohne Glauben macht Weihnachten keinen Sinn. Ohne Glauben ist es nur ein Baby in einer Krippe. Ohne Glauben ist es nur eine Nacht wie tausend andere Nächte. Ohne Glauben ist es nur eine arme Familie. Ohne Glauben gibt es kein Glück und keine Freude. Doch die Heilige Nacht hält mehr Glück bereit, als du fassen kannst. Denn Gott wurde Mensch für dich. Und weil auch die Hirten mit ihrer Geschichte dazugehören, sollst du auch dazugehören mit deiner Geschichte. Jeder soll über den Heiland singen können. Jeder soll die Botschaft glauben. Jeder soll wie die Hirten in der Nacht glauben und singen. Sie priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Mit den Hirten will ich glauben / Nichts soll die Gewissheit rauben. / Dass Gott hält, was er verspricht. / Sein Wort hat stets viel mehr Gewicht.

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